EBRU BEISPIELE

Battal Ebru (Stein-Ebru); Somaki Ebru (Porphyr-Ebru)

"Battal" bedeutet übersetzt "heldenhaft" oder "mutig". Sie gilt als die früheste Form der Ebru und wird heutzutage als Basiswissen vorausgesetzt. Dabei bleibt der Künstler nach dem Auftragen der Farbe passiv und greift nicht mehr ein. Die Menge und die Tropfweise mit dem Pinsel bestimmen den natürlichen Verlauf der Farben. Battal ist die fundamentale Form der Ebru.


Çiçekli Ebru (Blumen-Ebru)

Çiçekli Ebru ist nach seinen Blumenmotiven benannt (çiçek – Blume). Üblicherweise beginnt man auf einem Battal Ebru mit grüner Farbe, die mit einer Nadel zu Stiel und Blätter geformt wird. Die Farbe der Blüten wird ans Ende des Stiels getropft und mit Nadeln in Blütenform gebracht. Zwei identische Blumen zieren Vorsatzseiten. Necmeddin Okyay und Mustafa Düzgünman sind wichtige Namen in dieser Klasse. Von ihnen stammen wunderbare Tulpen, Gänseblümchen, Mohnblumen, Nelken, Veilchen und Hyazinthen.

 

 


Hatip Ebrusu (Prediger-Ebru)

Als Hatip wird im Islam ein geistlicher Vorredner bezeichnet. Die Hatip Form wurde nach dem 1773 verstorbenen Mehmed Efendi -Hatip der Hagia Sophia Moschee und Entwickler der Stilrichtung- benannt. Durch besondere Bewegungsabläufe und Verzierungen werden bei der Hatib Form verschiedene Motive, wie etwa Blumen (“Necmettin Ebru”), Kalligraphien (“Akkase Ebru”) oder Schattierungen (“Dalgalı Ebru”) gezeichnet. Sie zählt zu den verbreitetsten Arten der Ebru Kunst.


Muhayyel Ebru (Fantasie-Ebru)

Beim Muhayyel Ebru ist Kreativität und Fantasie gefragt, denn in dieser Klasse muss der Künstler seine Vorstellungskraft unter Beweis stellen. Die hier entstehenden Blumen entsprechen oft nicht echten Blumen und stellen den Spiegel der Fantasie dar. Aus diesem Grund ist Muhayyel Ebru bei Ebru Künstlern sehr beliebt. Ein Pionier dieser Klasse ist Alparslan Babaoğlu.

 

 

 


Gel-Git Ebru (Hin-und-Her-Ebru)

Diese Form der Ebru-Kunst basiert auf der Battal Ebru, geht aber einen Schritt weiter. Der Künstler wartet nicht passiv ab, wie die Farben ineinander verlaufen. Stattdessen versetzt er das Wasser mithilfe seines Pinsels leicht in Bewegung. Dadurch entstehen linienförmige Verzierungen, wobei die Linien in sich ein Zick-Zack-Muster aufweisen. Der Künstler muss kontrastreiche Farben wählen und die einzelnen Farbtropfen nicht zu groß auftragen. Andernfalls würde das farbige Muster nicht zur Geltung kommen. 


Taraklı Ebru (Kamm-Ebru)

In dieser Klasse werden feinste Nadeln in entgegengesetzter Richtung durch ein Gel-Git Ebru gezogen. Das Muster bleibt ein Linienmuster, allerdings bilden die Farben kleinste, oben abgerundete Flächen. In Europa war diese Form der Ebru-Malerei besonders beliebt. Bis heute wird dieses Muster gemeint, wenn  vom typischen Marmoriermuster die Rede ist.

  


Bülbül Yuvası Ebru (Nachtigallsnest-Ebru)

Diese Variante kennzeichnet sich durch Muster, die an Spiralen und Kreisel erinnern. Die Muster entstehen, indem der Künstler seinen Pinsel von außen nach innen in kreisenden, spiralförmigen Bewegungen über das Wasser führt. Diese Form der Ebru-Malerei wird gerne mit der Battal, der Gel-Git-Ebru oder der Sal-Ebru kombiniert.

 


Şal Ebru (Schal-Ebru)

Die Şal Ebru ist eine Weiternetwicklung der Gel-Git Ebru. Hierbei zieht der Künstler seinen Pinsel in waagerechten, senkrechten oder diagonalen Schlangenlinien über das Wasser.



 


Neftli Battal Ebrusu (Battal-Ebru mit Naphta Variante)

Neftli Battal Ebru werden aus Battal Ebrus hergestellt, indem Terpentin in die letzte Farbe gemischt wird. Hierdurch ergeben sich die charakteristischen „leeren“ Flecken. Neftli Battal Ebrus werden zur Rahmung und auch gerne bei Buchabdeckungen verwendet.

 

 


Kumlu Ebru (Sand-Ebru)

Diese Form bildet meist die Basis für eine Kalligraphie. Ihre Besonderheit liegt darin, dass dem Leim weniger Wasser hinzugefügt wird. Der Leim ist dadurch dickflüssiger und die aufgetragenen Farbtropfen verlaufen kaum. Nach einer gewissen Einwirkzeit ergibt sich dann die beabsichtigte körnige Struktur. Die wohl am weitesten verbreitete Form der Ebru-Malereien ist aber die Hatip Ebru und wenn es um türkische Bilder geht, dürfte sie auch die größte Rolle spielen. Hatip ist die islamische Bezeichnung für einen geistlichen Vorredner.

 


Akkase Ebru (Weißer Schüssel-Ebru)

Bezeichnet ein Ebru, das für Randung und Mittelteil mit Schrift eine andere Farbe aufweist. Die Stellen, die nicht marmoriert werden sollen, werden wie beim Yazılı Ebru vor dem Marmorieren beklebt oder gleich mit Gummi Arabicum in der gewünschten Form bestrichen. Häufig findet man auch als Hintergrund der Schrift ein Hafif Ebru und als Rahmen ein Ebru mit kräftigeren Farben; in diesem Fall wird zuerst das Hafif Ebru hergestellt, auf diesem dann der für die Schrift vorgesehene Teil mit Gummi Arabicum präpariert und schließlich in einem zweiten Marmoriervorgang mit kräftigeren Farben der Rahmen erstellt wird.

 

 


Hafif Ebru (schwach gefärbtes-Ebru)

Die Hafif Ebru ist eine Form des Şal Ebru, dass sich durch leichtere (hafif) Farben auszeichnet; diese werden durch eine größere Menge an Wasser und Ochsengalle erzielt. Hafif Ebrus werden häufig für Kalligraphien verwendet.

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